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Johann
Georg Gmelin:
„Was die Rechtsprechung verlangt, ist nicht totes Wissen, ist nicht
Buchstaben- und Präjudizienkult. Eine vernünftige Rechtsprechung
bedingt Berücksichtigung des tatsächlichen Lebens und seiner Verhältnisse
…“ Die
Agitation gegen das in der deutschen Jurisprudenz vorherrschende Primat
des Althergebrachten und ihre zu Formalien verkommenen Wertmaßstäbe
bildet die thematische Grundlage des vorliegenden Werks. In vier
verschiedenen Essays spricht sich Gmelin nicht nur für eine stärkere
Bewertung und Einbindung des Individuums aus, sondern wendet sich auch
gleichzeitig gegen die bestehende Theorielastigkeit in Studium und
Praxis. Gmelins
konsequente und gut veranschaulichte Kritik ermöglicht auch nicht
vorgebildeten Lesern einen lehrreichen Einblick in Schwachstellen der
hiesigen Rechtsprechung, die noch hundert Jahre später keineswegs
behoben sind. Johann
Georg Gmelin (1861-1911) war Oberlandesgerichtsrat in Stuttgart und
Verfasser juristischer Schriften.
SEVERUS Verlag, Hamburg 2011 17
x 22 cm/92 S./Paperback/€ 29,50
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